WEG-Konto: Welche Bank, was es kostet und wie Sie es ohne Verwalter eröffnen
WEG-Konto eröffnen: Welche Banken Konten für Eigentümergemeinschaften anbieten, was sie kosten (Stand Oktober 2026) und was ohne Verwalter gilt.

Ein WEG-Konto ist ein Bankkonto, das auf die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer selbst lautet. Es gehört also weder dem Verwalter noch einem einzelnen Eigentümer. Eigene WEG-Konten bieten unter anderem Sparkassen, Volksbanken und auf Hausverwaltungen spezialisierte Banken an. Bei den hier verglichenen Instituten kostet die Kontoführung zwischen 8,90 und 23,95 Euro im Monat, dazu kommen Preise je Buchung (Stand: Oktober 2026). Eröffnen darf das Konto, wer die Gemeinschaft vertritt. Das ist der bestellte Verwalter. Gibt es keinen, sind es alle Eigentümer gemeinsam, selbst oder über eine Vollmacht, die sie alle unterschreiben.
Für Gemeinschaften, die sich selbst verwalten, ist selten der Preis das Problem, sondern die Eröffnung. Viele WEG-Konten sind für gewerbliche Hausverwaltungen gebaut, und manche Banken schreiben das ausdrücklich dazu. Dieser Artikel zeigt, welche Kontoform die richtige ist, welche Banken ihr WEG-Angebot samt Preisen veröffentlichen, was ein Konto im Jahr tatsächlich kostet, welche Unterlagen verlangt werden und wie Sie Verfügungsrechte und Rücklage so regeln, dass niemand in eine Haftungsfalle läuft.
Was ist ein WEG-Konto?
- WEG-Konto
Ein WEG-Konto ist ein Bankkonto, dessen Inhaberin die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer ist. Seit dem 1. Dezember 2020 ist die Gemeinschaft nach § 9a Abs. 1 WEG rechtsfähig: Sie kann Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen, also selbst Kontoinhaberin sein. Das Guthaben gehört zum Gemeinschaftsvermögen (§ 9a Abs. 3 WEG). Wer über das Konto verfügen darf, ist davon getrennt geregelt: die Personen, die die Gemeinschaft vertreten oder von ihr bevollmächtigt sind.
Diese Trennung zwischen Inhaberschaft und Verfügungsberechtigung ist der Kern des Themas. Steht die Gemeinschaft als Inhaberin im Kontovertrag, gehört das Guthaben nicht zum Vermögen des Verwalters – Pfändungen gegen ihn und seine Insolvenz erreichen es nicht. Ein Verwalterwechsel ändert dann nur die Vollmachten, nicht das Konto. Aus demselben Grund sollte Hausgeld nie über das Privatkonto eines Eigentümers laufen, so pragmatisch das in einer kleinen Gemeinschaft auch erscheint.
Treuhandkonto, Fremdgeldkonto oder Eigenkonto: Welche Kontoform ist richtig?
Im Netz begegnen Ihnen mehrere Begriffe für scheinbar dasselbe. Entscheidend ist nur, wer Kontoinhaber ist:
| Kontoform | Kontoinhaber | Bewertung |
|---|---|---|
| WEG-Konto, Eigenkonto der Gemeinschaft (oft auch „offenes Fremdgeldkonto“ genannt) | Die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer | Die richtige Form: Konto und Guthaben gehören der Gemeinschaft |
| Offenes Treuhandkonto | Der Verwalter, mit Hinweis auf die WEG im Kontonamen | Schon vor der Reform von Gerichten als Verstoß gegen die Trennungspflicht gewertet |
| Verdecktes Treuhandkonto | Der Verwalter, ohne erkennbaren Bezug zur WEG | Erst recht unzulässig; im Ernstfall lässt sich das Geld kaum der Gemeinschaft zuordnen |
| Privatkonto eines Eigentümers „für die WEG“ | Der Eigentümer persönlich | Keine Option: Das Geld gerät in Erbfall, Pfändung und Insolvenz dieser Person |
Die Linie der Gerichte war schon vor der WEG-Reform klar. Ein Fall aus Hamburg: Der Verwalter hatte das Hausgeldkonto nicht auf die Gemeinschaft eröffnet, sondern als offenes Treuhandkonto auf sich selbst. Das Landgericht erlaubte einem Eigentümer daraufhin sogar, sein Hausgeld zurückzuhalten (Urteil vom 28. Januar 2015, Az. 318 S 118/14). Mehrere Landgerichte sahen in einem solchen Konto einen wichtigen Grund, den Verwalter abzuberufen (Bericht beim VDIV).
Die damalige Grundlage, § 27 Abs. 5 WEG, gibt es seit der Reform nicht mehr. Der heutige § 27 WEG hat nur zwei Absätze. Gebraucht wird sie auch nicht: Weil die Gemeinschaft selbst Kontoinhaberin sein kann, gibt es keinen Grund mehr für ein Konto auf fremden Namen. Bestehende Treuhandkonten gehören deshalb umgestellt. Bei der Kündigung der bisherigen Hausverwaltung hakt es an diesem Punkt besonders häufig.
Welche Bank bietet ein WEG-Konto an? Überblick (Stand: Oktober 2026)
Die folgenden Tabellen nennen nur, was die Banken selbst auf ihren Produktseiten veröffentlichen, abgerufen am 6. Oktober 2026; verlinkt ist jeweils die Quelle. Sie sind eine Auswahl und kein vollständiger Marktvergleich. Sparkassen und Volksbanken arbeiten regional, ihre Preise unterscheiden sich von Haus zu Haus – die Beispiele zeigen die Spanne, kein bundesweites Angebot.
Direktbanken und Banken für Hausverwaltungen
| Bank | Angebot laut Bank | Kontoführung im Monat | Was die Bank dazu schreibt |
|---|---|---|---|
| DKB | WEG-Konten über die DKB-Verwalterplattform | 9 Euro je Hausgeldkonto, Buchungsposten unbegrenzt inklusive; Erhaltungsrücklagekonto kostenfrei | Nur für Wohnimmobilienverwalter mit Gewerbeerlaubnis nach § 34c Abs. 1 Nr. 4 GewO, Kontoführung per EBICS |
| ING | Kein Geschäftskonto für WEGs | – | „Nein, unser Geschäftskonto bieten wir nicht für Wohnungseigentümergemeinschaften an.“ |
| Hausbank München | WEG-Konto, Modell „Immo Classic“ | 23,95 Euro, dazu 0,40 Euro je Online-Posten | Richtet sich an Immobilienverwalter; gewerbliche Verwalter zahlen im Modell „Immo Business“ 12 Euro und 0,30 Euro je Posten |
Sparkassen und Volksbanken (Beispiele)
| Bank | Angebot laut Bank | Kontoführung im Monat | Preise je Posten (Beispiele) |
|---|---|---|---|
| Hamburger Sparkasse | Haspa Eigentümerkonto | ab 15,50 Euro | zuzüglich Postenpreise; Online-Antrag für registrierte Verwalter, sonst persönlicher Termin |
| Sparkasse Münsterland Ost | WEG-Konto | 14,90 Euro | 0,50 Euro je Überweisung, ebenso je Gutschrift |
| Kreissparkasse Groß-Gerau | Girokonto WEG | 14,95 Euro | laut Preis- und Leistungsverzeichnis |
| Sparkasse Langen-Seligenstadt | Giro WEG | 8,95 Euro | 0,20 Euro je Online-Überweisung, 0,50 Euro je Gutschrift |
| Hamburger Volksbank | WEG-Konto | 15,95 Euro | 0,18 Euro je Online-Buchung, 0,45 Euro je Gut- oder Lastschrift |
| Volksbank in Ostwestfalen | WEG-Konto „exklusiv für gewerbliche Hausverwalter aus der Region“ | 8,90 bis 17,90 Euro, je nach Zahl der Wohneinheiten | Online-Überweisung inklusive |
| Volksbank Darmstadt Mainz | WEG-Konto | Konditionen der Firmenkonto-Modelle | Verwalterwechsel 100 Euro |
WEG-Konto bei DKB, ING und Sparkasse: Was das für Selbstverwalter heißt
Ob eine Bank eine Gemeinschaft ohne gewerbliche Hausverwaltung annimmt, steht auf den meisten Seiten nicht. Wo es dasteht, fällt die Antwort unterschiedlich aus:
- Die Volksbank in Ostwestfalen bietet ihr WEG-Konto ausdrücklich nur gewerblichen Hausverwaltern an.
- Die DKB verlangt eine Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO. Die braucht nur, wer gewerbsmäßig verwaltet. Ein ehrenamtlich verwaltender Eigentümer hat sie in aller Regel nicht. Die DKB ist deshalb ein Angebot für Hausverwaltungen, nicht für Selbstverwalter.
- Die ING bietet Wohnungseigentümergemeinschaften kein Geschäftskonto an.
Bei Sparkassen hängt die Antwort von der einzelnen Sparkasse ab. Viele führen ein eigenes WEG-Konto. Die Unterlagenlisten sind aber oft auf Verwaltungsfirmen zugeschnitten. Die Kreissparkasse Groß-Gerau etwa verlangt den Verwaltervertrag und „evtl.“ die Gewerbeerlaubnis des Verwalters. Diese Unterlagen gibt es in einer selbstverwalteten Gemeinschaft oft nicht.
Was kostet ein WEG-Konto?
Der Verbraucherverband wohnen im eigentum beschrieb die Kontoführungsgebühren Ende 2023 als „in der Regel noch überschaubar“; die Preise je Überweisung oder Lastschrift lagen zwischen 0,08 und 0,40 Euro, und manche Institute verlangten für Rücklagenkonten nichts extra (wohnen im eigentum, 15.11.2023). Was das für eine kleine Gemeinschaft im Jahr bedeutet, zeigt eine Beispielrechnung mit den Preisen vom Oktober 2026.
Beispielrechnung: sechs Einheiten, ein Jahr
Annahmen für dieses Beispiel: Sechs Eigentümer überweisen das Hausgeld monatlich, das ergibt 72 Gutschriften im Jahr. Die Gemeinschaft bezahlt 48 Rechnungen per Online-Überweisung. Berücksichtigt sind nur der Grundpreis und diese beiden Posten, ohne Karten, Papieraufträge und Auszugsversand; Preise laut den Bankseiten, Stand Oktober 2026.
| Bank | Grundpreis im Jahr | 72 Gutschriften | 48 Online-Überweisungen | Summe im Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Sparkasse Langen-Seligenstadt | 107,40 Euro | 36,00 Euro | 9,60 Euro | 153,00 Euro |
| Hamburger Volksbank | 191,40 Euro | 32,40 Euro | 8,64 Euro | 232,44 Euro |
| Sparkasse Münsterland Ost | 178,80 Euro | 36,00 Euro | 24,00 Euro | 238,80 Euro |
Bei gleichem Zahlungsverkehr kostet das teuerste Beispiel gut anderthalbmal so viel wie das günstigste. In einer Gemeinschaft dieser Größe macht der Grundpreis den größten Teil aus; die Posten kommen hinzu und wachsen mit jeder Einheit. Jede Hausgeldüberweisung ist ein Posten: Bei 0,50 Euro je Gutschrift kostet allein der Hausgeldeingang von sechs Einheiten 36 Euro im Jahr, bei zwölf Einheiten 72 Euro. Wer das Hausgeld per Lastschrift einzieht, zahlt je nach Bank ebenfalls für jeden Posten. Zum Vergleich: Gewerblichen Verwaltern berechnet die DKB 9 Euro im Monat mit unbegrenzten Buchungsposten, also 108 Euro im Jahr.
Gibt es ein kostenloses WEG-Konto?
Unter den hier verglichenen Angeboten war kein dauerhaft kostenloses Girokonto für eine WEG. Kostenfrei sind teils die Rücklagenkonten, bei der DKB etwa für Verwalter. Rechnen Sie deshalb mit Ihrem eigenen Zahlungsverkehr: Bei wenigen Einheiten zählt der Grundpreis stärker, bei vielen Einheiten mit monatlichen Überweisungen der Preis je Gutschrift.
WEG-Konto eröffnen: Welche Unterlagen verlangt die Bank?
Banken müssen nach dem Geldwäschegesetz wissen, mit wem sie es zu tun haben (§ 10 Abs. 1 Nr. 1 und 2 GwG). Sie identifizieren den Vertragspartner und die Personen, die für ihn auftreten. Sie prüfen, ob diese Personen dazu berechtigt sind. Und sie klären, wem der Vertragspartner gehört und wer ihn kontrolliert. Bei einer WEG heißt das: Die Bank will sehen, dass es die Gemeinschaft gibt, wer sie vertritt und wer dahintersteht. Veröffentlichte Unterlagenlisten zeigen, was das konkret bedeutet:
| Unterlage | Wofür die Bank sie braucht | Genannt zum Beispiel von |
|---|---|---|
| Protokoll der letzten Eigentümerversammlung | Nachweis, wer die Gemeinschaft vertritt (Bestellungsbeschluss des Verwalters) | Kreissparkasse Groß-Gerau |
| Verwaltervertrag | Nachweis der Verwaltung | Kreissparkasse Groß-Gerau |
| Eigentümerliste | Wer hinter der Gemeinschaft steht | Kreissparkasse Groß-Gerau |
| Ausweise der verfügungsberechtigten Personen | Identifizierung nach dem Geldwäschegesetz | Kreissparkasse Groß-Gerau |
| Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO, bei Firmen Handelsregisterauszug | Nachweis eines gewerblichen Verwalters | Kreissparkasse Groß-Gerau („evtl.“) |
Wer ohne gewerblichen Verwalter kommt, sollte zwei Dinge zusätzlich in der Mappe haben:
- Einen Nachweis, dass die Gemeinschaft existiert. Sie entsteht mit der Anlegung der Wohnungsgrundbücher (§ 9a Abs. 1 Satz 2 WEG). Ein aktueller Grundbuchauszug oder die Teilungserklärung belegt das.
- Den Beschluss über die Kontoeröffnung. Ein Muster folgt im nächsten Abschnitt.
Ist kein Verwalter bestellt, kommen die Unterschriften aller Eigentümer hinzu oder eine Vollmacht, die alle Eigentümer gemeinsam unterschrieben haben. Einen Verwaltervertrag gibt es bei einem ehrenamtlich verwaltenden Eigentümer oft nicht. Fragen Sie in diesem Fall, ob der Bestellungsbeschluss genügt.
WEG-Konto eröffnen ohne Verwalter: Wer unterschreibt?
An dieser Stelle entscheidet sich, wie mühsam der Alltag wird. Solange kein Verwalter bestellt ist, vertreten alle Wohnungseigentümer die Gemeinschaft gemeinsam (§ 9b Abs. 1 Satz 2 WEG). Für die Bank heißt das im Zweifel: Alle Eigentümer unterschreiben, und bei jeder Änderung erneut. Bei drei Parteien ist das lästig. Bei zwölf Parteien scheitert die Selbstverwaltung daran, bevor sie begonnen hat.
Ein Mehrheitsbeschluss hilft hier nicht weiter. Früher konnten die Eigentümer einzelne Eigentümer per Mehrheitsbeschluss zur Vertretung ermächtigen (§ 27 Abs. 3 Satz 3 WEG in der bis November 2020 geltenden Fassung). Diese Möglichkeit hat die Reform ersatzlos gestrichen. Geblieben ist nur der Satz, dass ohne Verwalter alle gemeinsam vertreten. Es gibt deshalb zwei Wege:
- Einen Eigentümer zum Verwalter bestellen (§ 26 Abs. 1 WEG). Dafür genügt die Mehrheit. Er vertritt die Gemeinschaft dann kraft Gesetzes wie jeder Verwalter (§ 9b Abs. 1 Satz 1 WEG). Die Bank bekommt mit dem Bestellungsbeschluss den Nachweis, den sie kennt. Das ist die saubere Lösung für selbstverwaltete Gemeinschaften.
- Alle Eigentümer unterschreiben gemeinsam, entweder den Kontoantrag selbst oder eine schriftliche Vollmacht für eine Person, die das Konto eröffnet und führt. Das geht nur, solange alle mitziehen: Fehlt eine Unterschrift, fehlt die Vollmacht. Welche Form die Bank verlangt, klären Sie vorab.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Entscheidung und Unterschrift. Was geschieht, beschließt die Gemeinschaft mit Mehrheit: welches Konto bei welcher Bank, wer verfügen soll und ab welchem Betrag vier Augen nötig sind. Wer gegenüber der Bank unterschreibt, regelt dagegen das Gesetz. Das ist der Verwalter oder, ohne Verwalter, alle Eigentümer gemeinsam.
Ein Beispiel: Eine Gemeinschaft mit sechs Wohnungen bestellt Frau Berger zur Verwalterin. Mit dem Protokoll der Versammlung eröffnet sie das Konto allein. Ohne Bestellung hätten alle sechs Eigentümer unterschreiben müssen, auch der, der seit Jahren im Ausland lebt.
Ein zertifizierter Verwalter ist für den ersten Weg nicht zwingend. Das Gesetz verlangt ihn nicht, wenn drei Bedingungen zusammentreffen (§ 19 Abs. 2 Nr. 6 WEG):
- Die Gemeinschaft hat weniger als neun Sondereigentumsrechte.
- Ein Wohnungseigentümer ist zum Verwalter bestellt.
- Weniger als ein Drittel der Eigentümer verlangt einen zertifizierten Verwalter.
In größeren Gemeinschaften kann jeder Eigentümer einen zertifizierten Verwalter verlangen. Die Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer kann aber auch ein Eigentümer aus den eigenen Reihen ablegen (§ 26a WEG). Wer dabei die Rollen von Beirat und verwaltendem Eigentümer sauber trennt, klärt zugleich die Haftungsfrage.
Muster-Beschlusstext: Konto und Verfügungsberechtigung
„1. Die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer [Straße Hausnummer, PLZ Ort] eröffnet bei der [Bank] ein Girokonto und ein Rücklagenkonto, jeweils lautend auf die Gemeinschaft. Konten, die nicht auf die Gemeinschaft lauten, werden bis zum [Datum] aufgelöst; das Guthaben wird auf die neuen Konten übertragen. 2. Über die Konten verfügen sollen Frau/Herr [Name] und Frau/Herr [Name]. 3. Zahlungen bis [Betrag] Euro im Einzelfall darf jede verfügungsberechtigte Person allein freigeben. Höhere Zahlungen und alle Verfügungen über das Rücklagenkonto erfordern zwei verfügungsberechtigte Personen gemeinsam; das wird mit der Bank so vereinbart. 4. Jede verfügungsberechtigte Person erhält einen eigenen Online-Banking-Zugang. Der Verwaltungsbeirat erhält auf Verlangen, mindestens vierteljährlich, Einsicht in die Umsätze beider Konten.“
Der Beschluss legt fest, was geschieht. Umsetzen muss ihn bei der Bank, wer die Gemeinschaft vertritt: Ist ein Eigentümer zum Verwalter bestellt, eröffnet er die Konten und räumt den Personen aus Nummer 2 die Verfügungsberechtigung ein. Gibt es keinen Verwalter, unterschreiben alle Eigentümer den Kontoantrag oder eine gemeinsame Vollmacht für die Personen aus Nummer 2 – erst diese Unterschriften, nicht der Beschluss, berechtigen gegenüber der Bank. Gibt es keinen Beirat, benennen Sie in Nummer 4 eine andere Eigentümerin oder einen anderen Eigentümer.
Wer hat Zugriff auf das WEG-Konto?
Zugriff ist nicht gleich Zugriff. Verfügen, also Zahlungen auslösen, dürfen nur die Personen, die die Gemeinschaft vertreten oder von ihr bevollmächtigt sind. Einsicht ist etwas anderes: Jeder Wohnungseigentümer kann von der Gemeinschaft Einsicht in die Verwaltungsunterlagen verlangen (§ 18 Abs. 4 WEG), und dazu gehören die Kontoauszüge. Der Verband wohnen im eigentum rät, per Beschluss festzulegen, wer laufend Einsicht erhält – typischerweise die Mitglieder des Verwaltungsbeirats.
Wechselt die handelnde Person, bleibt das Konto, wie es ist: Die Bank trägt auf Vorlage des neuen Bestellungsbeschlusses oder der neuen Vollmacht die Verfügungsberechtigung um. Manche Banken berechnen dafür eine Gebühr; die Volksbank Darmstadt Mainz etwa nennt 100 Euro für einen Verwalterwechsel.
Klären Sie im Termin außerdem diese Punkte:
- Getrennte Online-Zugänge für jede verfügungsberechtigte Person – geteilte Zugangsdaten sind in einer ehrenamtlich geführten Gemeinschaft ein echtes Risiko.
- Gemeinschaftliche Verfügung ab einem Betrag: Bietet die Bank das technisch an, oder nur „alle einzeln berechtigt“?
- Reine Einsichtszugänge für Beiratsmitglieder, ohne Zahlungsrechte.
- Umsatzexport und Schnittstelle: Gibt es einen CSV-Export und einen PSD2-Zugang für Buchhaltungssoftware?
- Wechsel der handelnden Person: Welche Unterlagen verlangt die Bank, wenn nach zwei Jahren jemand anderes bestellt wird, und was kostet das?
Rücklagenkonto: Braucht die WEG ein zweites Konto?
Vorgeschrieben ist es nicht, die Empfehlung von Verbraucherseite ist aber eindeutig: ein Girokonto für den laufenden Zahlungsverkehr und ein eigenes Rücklagenkonto für die Erhaltungsrücklage, auf Wunsch auch bei einer anderen Bank. Das hat einen praktischen Grund. Nach Ablauf des Kalenderjahres ist ein Vermögensbericht zu erstellen, der den Stand der Rücklagen und das wesentliche Gemeinschaftsvermögen ausweist (§ 28 Abs. 4 WEG). Liegt alles auf einem Konto, muss man den Rücklagenbestand herausrechnen. Genau dort entstehen Differenzen, die später niemand mehr erklären kann.
Ein Beispiel: Auf dem einzigen Konto liegen am Jahresende 18.400 Euro. Wie viel davon Rücklage ist und wie viel Hausgeld für laufende Rechnungen, steht nirgends. Mit zwei Konten zeigt der Kontoauszug des Rücklagenkontos die Antwort direkt.
Für die Anlage gilt: sicher, schnell verfügbar, erst dann rentabel. Haus & Grund Frankfurt am Main nennt Tagesgeld als Regelfall. Festgeld kommt nur für einen Teil in Frage, der für planbare Erhaltungsarbeiten gebunden werden kann. Aktien, Fonds und ETF schließt der Verein wegen ihrer Schwankungen aus. Wie angelegt wird, entscheiden die Eigentümer (Haus & Grund Frankfurt am Main, 11.12.2024). Wer Gemeinschaftsgeld anders anlegen will, braucht dafür einen Beschluss.
Hausgeld per Lastschrift: die Gläubiger-Identifikationsnummer
Wer das Hausgeld per Lastschrift einzieht, muss nicht auf Überweisungen warten und seltener Hausgeldrückstände eintreiben. Dafür braucht es ein SEPA-Lastschriftmandat jedes Eigentümers und eine Gläubiger-Identifikationsnummer. Die Deutsche Bundesbank vergibt sie kostenlos und nur online. Für WEGs gibt sie einen eigenen Hinweis: Personengruppe „Personenvereinigung“, Rechtsform „Sonstige Personenvereinigung“, und anzugeben ist die Anschrift des Objekts, nicht die des Verwalters (Bundesbank). Die Nummer allein genügt nicht: Das Mitteilungsschreiben der Bundesbank legen Sie Ihrer Bank vor, die Sie zum SEPA-Lastschriftverfahren zulassen muss. Jede eingereichte Lastschrift ist danach je nach Bank ein bezahlter Posten.
Das Wichtigste in Kürze
- Kontoinhaberin muss die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer sein. Nur dann ist das Guthaben vom Vermögen des Verwalters getrennt und übersteht einen Verwalterwechsel unverändert.
- Eigene WEG-Konten bieten unter anderem Sparkassen, Volksbanken und Spezialbanken an; die verglichenen Grundpreise lagen im Oktober 2026 zwischen 8,90 und 23,95 Euro im Monat. Dazu kommen Preise je Posten, auch für jede eingehende Hausgeldzahlung.
- DKB und Volksbank in Ostwestfalen richten ihr WEG-Angebot ausdrücklich an gewerbliche Verwalter, die ING bietet WEGs kein Geschäftskonto an. Fragen Sie vor dem Termin, ob die Bank eine selbstverwaltete Gemeinschaft annimmt.
- Ohne bestellten Verwalter vertreten alle Eigentümer gemeinsam (§ 9b Abs. 1 Satz 2 WEG); ein Mehrheitsbeschluss kann keinen Einzelnen mehr dazu ermächtigen. Für den Bankalltag ist die Bestellung eines Eigentümers zum Verwalter die saubere Lösung, sonst braucht es die Unterschriften oder eine Vollmacht aller Eigentümer.
- Ein Vier-Augen-Prinzip wirkt gegenüber der Bank nur als vereinbarte gemeinschaftliche Verfügungsberechtigung.
- Girokonto und Rücklagenkonto trennen; bei der Einlagensicherung zählt bei WEG-Konten der Anteil jedes Eigentümers (§ 7 Abs. 5 EinSiG).
Keinen WEG-Ratgeber mehr verpassen
Höchstens zweimal im Monat, jederzeit abbestellbar.
Häufige Fragen zum WEG-Konto
Welche Bank eröffnet ein Konto für eine WEG ohne Hausverwaltung?
Eine verlässliche Liste gibt es nicht, weil die meisten Banken auf ihren Produktseiten nicht sagen, ob sie selbstverwaltete Gemeinschaften annehmen. Viele Sparkassen und Volksbanken führen eigene WEG-Konten, manche aber ausdrücklich nur für gewerbliche Hausverwalter. Fragen Sie vor dem Termin schriftlich nach und lassen Sie sich die Unterlagenliste schicken.
Gibt es ein WEG-Konto bei der DKB oder der ING?
Die DKB führt WEG-Konten über ihre Verwalterplattform, nach eigener Angabe aber nur für Wohnimmobilienverwalter mit Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO und mit Kontoführung per EBICS; ein Hausgeldkonto kostet dort 9 Euro im Monat. Die ING bietet Wohnungseigentümergemeinschaften laut ihren Fragen und Antworten zum Geschäftskonto kein Konto an. Stand ist jeweils Oktober 2026.
Was kostet ein WEG-Konto?
Bei den hier verglichenen Banken kostete die Kontoführung im Oktober 2026 zwischen 8,90 und 23,95 Euro im Monat, dazu kommen Preise je Überweisung, Gutschrift oder Lastschrift. In einer Beispielrechnung für sechs Einheiten lagen die Jahreskosten zwischen rund 153 und 239 Euro. Ein dauerhaft kostenloses Girokonto für WEGs war nicht dabei; kostenfrei sind teils die Rücklagenkonten.
Kann eine WEG ohne Verwalter ein Konto eröffnen?
Ja, die Gemeinschaft ist rechtsfähig und kann selbst Kontoinhaberin sein. Ohne Verwalter wird sie aber von allen Wohnungseigentümern gemeinsam vertreten: Alle unterschreiben den Kontoantrag, oder alle unterschreiben gemeinsam eine Vollmacht für eine Person. Ein Mehrheitsbeschluss genügt dafür seit der WEG-Reform nicht mehr. Praktischer ist es, einen Eigentümer mit Mehrheit zum Verwalter zu bestellen; er vertritt die Gemeinschaft dann auch gegenüber der Bank.
Braucht die WEG ein separates Rücklagenkonto?
Vorgeschrieben ist es nicht, aber dringend zu empfehlen. Die Erhaltungsrücklage muss im Vermögensbericht nach § 28 Abs. 4 WEG ausgewiesen werden, und getrennte Konten machen den Nachweis eindeutig. Zudem lässt sich die Rücklage auf einem Tagesgeldkonto anlegen, ohne den laufenden Zahlungsverkehr zu berühren.
Wie ist das Geld der WEG bei einer Bankenpleite geschützt?
Die gesetzliche Einlagensicherung deckt 100.000 Euro je Einleger und Bank. Bei Konten, die auf eine Wohnungseigentümergemeinschaft lauten, gelten nach § 7 Abs. 5 des Einlagensicherungsgesetzes die einzelnen Eigentümer als Kontoinhaber, maßgeblich ist ihr Anteil. Dieser Anteil wird allerdings mit den übrigen Guthaben desselben Eigentümers bei derselben Bank zusammengerechnet.